Magirus-Report Teil I

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank


Von Chicken

Also, wo fangen wir an? Vielleicht beim Kauf? Ach,. nee, zu früh. Naja, der war im Februar 2001. Eigentlich sollte es bereits im März losgehen mit den Umbauarbeiten, aber diverse Dinge kamen dazwischen, so dass sich die ganze Sache enorm verzögerte. Zunächst war der Mensch, der das "Baumaterial", also Bleche und 4-Kant-Rohre für günstig-Geld besorgen wollte, nicht auffindbar, dann war Adem, der Mensch, der mir alles sauber geschweißt hat, erstmal zu Hause im Kosovo wegen Familienklamotten, und dann ... sollte es im Mai (!!!) endlich losgehen.


Dumm nur, dass ich ausgerechnet an dem Tage, an dem wir das Material nun endlich holten und nach Hirschhagen fuhren um loszulegen, unter fürchterlichen Kopfschmerzen litt. Eine Hirnhautentzündung, wie sich herausstellen sollte. Und zwei Ärzte erläuterten mir - ein Mal während des Krankenhausaufenthaltes, ein weiteres Mal bei der Nachsorge - , dass die Sache schnell tödlich ausgehen kann, wenn man da nicht binnen Stunden behandelt. Okay, die Hieb hat gesessen, ich bin nämlich erst nach 3 Tagen zum Arzt, und der erkannte auch erst die Lage, nachdem die Beschwerden nach einem weiteren Tag nicht besser wurden, und die Entzündung bereits auf weitere Teile übergegriffen hatte, so hatte ich etwa einen Harnröhrenverschluß und ... kurz, die Sache war ziehmlich unangenehm, brachte mich zum Nachdenken und bestätigte mich mehr und mehr in meinem Wunsch, den Stress der Gesellschaft hinter mir zu lassen und ein anderes Leben zu leben, ein Leben im LKW.

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Endlich, im Juli geht es dann los mit den Bauarbeiten (Fotos 1-7). Der Koffer wird vom Auto gehoben (weil Schweißarbeiten mit Anstellleiter in dreieinhalb Meter Höhe nun nicht sehr spaßig sind), das Dach abgenommen und nach und nach, in rd. 250 Arbeitsstunden, entsteht ein Koffer, in dem ich bequeme Stehhöhe habe, satte 2,65 m Firsthöhe.

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Am 15. Juli bekomme ich also nochmal kräftig Hilfe von meinen immer-mal-wieder-Herlfershelfern (1000 Dank an Frank, Uli, Dominique und meinen Schweißer Adem), und der Koffer steht nach zwei Wochen Arbeit wieder auf dem Rahmen.

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Höchste Zeit, denn am darauffolgenden Montag stelle ich meine Magira bereits bei Tilmann neben den Laden, damit er mit rd. 4,5t Büchern beladen wird - es soll am Mittwoch zum Burg Herzberg-Festival gehen, wo wir einen stand mit gebrauchten Büchern machen. Ja, und das dort verdiente Geld wandert alsbald in den Urlaub, den ich dieses Jahr nötiger als irgendwann anders habe. Es geht mit der "rohen" Magira nach Tschechien, Ungarn, in die Slowakei bis in die Tatra und über Krakau und Polen nach Hause (Bilder 8,9). Postkisten und Kartons ersetzen die Schränke, Tanjas alter Lattenrost und Matratze auf Sprudel- und Bierkisten dienen als Nachtlager, und abgesehen davon sind außer den Originalfenstern noch keine weiteren 'drin, von aussen trotzt lediglich Grundierung dem Wetter, während von innen noch gar nix auf den Blechen ist. Und im Urlaub kommen mir dann noch so einige Ideen und auch verschiedene Erfordernisse fallen mir auf.

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Wieder in Deutschland fällt es mir nach dem Urlaub zunächst einmal schwer, wieder mit den Arbeiten zu beginnen. Mühsam komme ich voran, die Motivation etwas zu tun ist im Keller, lieber einfach nur 'rumgammeln. Aber dann - passiert der 11. September, ihr wißt schon. Und plötzlich packt es mich wieder. Ich will eine Bleibe haben, mit der ich jederzeit diesen Staat verlassen kann, wenn ich das Gefühl habe, mich hier nicht mehr wohl zu fühlen.

Es folgen noch so einige Tage bei Adem vor der Garage, wo ich die Radkästen nochmal überhole, den Schornstein versetze, einen Durchgang ins Führerhaus optional vorbereite, das Reserverad setzen wir hoch und basteln auch gleich einen geeigneten Ausleger, denn das Rad wiegt gut und gerne 2 Zentner. Dann wäre da noch die eine oder andere Staukiste, eine Gasflaschenkiste usw. usf. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Wir installieren noch Regenrinnen, und zwar gleich so, dass ich einen direkten Anschluss habe für einen Gartenschlauch. Denn im Urlaub ist in mir die Idee gereift, das Regenwasser irgendwie zu sammeln, und zwar am besten gleich in Kanister im Auto (Mal sehen, wann das soweit ist).

Nachdem diese Arbeiten bei Adem abgeschlossen sind, geht's an die Fenster. Mit Uli und - äh, wer war noch dabei? Dominique? Frank? Naja, jedenfalls bauen wir ein altes Kranfenster und zwei olle Bulli-Fenster ein. In den folgenden Tagen werde ich nun ordentlich mit Farbe wirbeln, und damit sieht der Wagen dann so aus (Bilder 18, 19).

Damit ist natürlich von innen der Zustand noch nicht sonderlich verändert. Ich mache mich nun also an die Innereien des Koffers. Zunächst einmal trage ich, nach der Entrostung der ollen Bleche (die neuen waren glücklicherweise ölig genug), rd. 7 kg Rostschutzfarbe auf!! Weiter geht's mit der Träger-Verlattung, die ich seitlich an die Vierkant-Rahmenrohre anbringe, und die später einmal die Wandverkleidung halten soll. In der Zwischenzeit habe ich mich auch bei etlichen Firmen schlau gemacht bzgl. Dämmmaterial (ist das jetzt richtig mit 3 M?), am liebsten hätte ich ja 4 cm starkes Isomatten-Material, aber mit Preisen zwischen 80 und 120 Mark ist mir das deutlich zu teuer - ich benötige etwa 60 Quadratmeter!!! Letzten Endes nehme ich Jackodur, gebe für Dämmung, Dampfsperre und den ganzen Kram bald 1500 Mark aus, aber es soll ja schließlich warm sein. Zuerst mache ich also die Decke fertig, anschließend geht's an die Wände. (Bilder 11-13).


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Nachdem diese Arbeiten bei Adem abgeschlossen sind, geht's an die Fenster. Mit Uli und - äh, wer war noch dabei? Dominique? Frank? Naja, jedenfalls bauen wir ein altes Kranfenster und zwei olle Bulli-Fenster ein. In den folgenden Tagen werde ich nun ordentlich mit Farbe wirbeln, und damit sieht der Wagen dann so aus (Bilder 18, 19).

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Damit ist natürlich von innen der Zustand noch nicht sonderlich verändert. Ich mache mich nun also an die Innereien des Koffers. Zunächst einmal trage ich, nach der Entrostung der ollen Bleche (die neuen waren glücklicherweise ölig genug), rd. 7 kg Rostschutzfarbe auf!! Weiter geht's mit der Träger-Verlattung, die ich seitlich an die Vierkant-Rahmenrohre anbringe, und die später einmal die Wandverkleidung halten soll. In der Zwischenzeit habe ich mich auch bei etlichen Firmen schlau gemacht bzgl. Dämmmaterial (ist das jetzt richtig mit 3 M?), am liebsten hätte ich ja 4 cm starkes Isomatten-Material, aber mit Preisen zwischen 80 und 120 Mark ist mir das deutlich zu teuer - ich benötige etwa 60 Quadratmeter!!! Letzten Endes nehme ich Jackodur, gebe für Dämmung, Dampfsperre und den ganzen Kram bald 1500 Mark aus, aber es soll ja schließlich warm sein. Zuerst mache ich also die Decke fertig, anschließend geht's an die Wände. (Bilder 11-13).

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Die Decke besteht nun also aus Nut- und Feder-Holz in Baumarktqualität (weil das schon schwer genug ist), für die Wände habe ich in rd. einem Halben Jahr insgesamt 22 alte Holzrolläden zusammenbekommen, womit ich die Wände verkleide. (Bilder 14-17).

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Soweit also erstmal mit den Bildern, die restlichen sind noch in der Kamera. Und wie weit bin ich nun? Nun ja, die Wände sind im Prinzip fertig, bis auf die Rahmen rund um die Fenster (das ist richtige Fuddelarbeit, bestimmt zwei Tage, dort die Holzverkleidung nett anzubringen), die Luken (die große habe ich gestern fertig gedämmt und verkleidet) und die Türen. Ach ja, und der Fußboden ist auch noch nicht fertig, weil die Gasleitung da vorher 'rein muss. Voerher nix Bodendämmung, vorher nix zweiter Dielenboden, vorher nix Möbel, ist doch klar. Einzige Möbelausnahme ist das Bett, dass ich an der Wand befestigt habe, und das ich tagsüber hochziehen kann, so dass ich darunter stehen kann (nur dass das mit dem Gewicht noch nicht so hinhaut, ich muss irgendwie noch eine Seilwinde anbringen, weiß aber noch nicht wo und wie). Und wo mein Bett ist ... da wohne ich. Nun habe ich also noch keinen Ofen installiert (weil der Boden noch fehlt, weil die Dämmung im Boden noch fehlt, weil die Gasleitung noch fehlt), noch keinen Schrank, kein gaar nix, aber ich bewohne trotz Minusgerade seit einer Woche den LKW, stehe bei meinen Eltern auf der Strasse, weil ich da meine Garage mit dem ganzen Bau-Material habe, und ... habe noch viel zu tun.

Gute Nacht, Morgen früh geht's nämlich weiter. Chicken der-chicken ät gmx.de


Weitere Artikel von mir: Maigurs-Report 1-5

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http://www.wagendorf.de/index.php/Magirus-Report_Teil_II

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http://www.wagendorf.de/index.php/Magirus-Report_Teil_IV

http://www.wagendorf.de/index.php/Magirus-Report_F%C3%BCnf_-_Kurzbericht


Von einem der einzog, das Fürchten zu lehren. Ein märchenhaft verklärter Bericht von der Platzgeschichte in Kassel.

http://www.wagendorf.de/index.php/VON_EINEM_DER_EINZOG_DAS_F%C3%9CRCHTEN_ZU_LEHREN%21


Die Geschichte meines ersten Zirkuswagen-Transports in 2002

http://alt.wagendorf.de/modules/wfsection/article.php?articleid=29

'Persönliche Werkzeuge