Magirus-Report Teil IV

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank

Dreieinhalb Jahre Wagenleben!

Magirusreport 4

Wir schreiben den 26. März 2005, es ist 5:50h, und gerade habe ich mich dazu überwunden, den Laptop zu holen und unter der warmen Decke, unter dem Eindruck der fröhlich den lang ersehnten Frühling begrüßenden Vögel draußen, vor allem aber mit den Tausend Gedanken, die mir seit rund zwei Stunden den Nachtschlaf rauben und sich in meinem Kopf drehen, den Magirusreport Nummer vier zu schreiben.

Seit wann lebe ich nun schon im LKW? Ich muß inzwischen scharf überlegen, in welchem Jahr ich eigentlich den Magi gekauft, um- und ausgebaut und bezogen habe. Meine Rechnung sieht so aus: Ich war vor einigen Tagen zum dritten Mal beim TÜV, gekauft hatte ich ihn mit frischem Überwachungssiegel auf dem Kennzeichen, also vor etwas über vier Jahren. Genau: Der 16. Februar 2001 war es. Im Juli 2001 habe ich ihn umgebaut, in der Folge ausgebaut und im November bin ich, wiederum am 16. des Monats, in den Wagen eingezogen, als gerade mal das Bett im Wagen und damit nicht mehr in meinem WG-Zimmer war. Oder war es doch 2000?

Welche Vorstellungen hatte ich seinerzeit, damals, als ich in den Wagen gezogen bin? Ich wollte mehr Ruhe haben, mehr Zeit für mich, ich wollte einfach mal losfahren können, mich einfach mal irgendwo hinstellen und die Ruhe aufnehmen können. Eine Wohnung sozusagen, die gleichzeitig ein Aus- und Zufluchtsmobil ist mit eingebauter Abschalt-Automatik. Und ich hatte einen vagen Traum, dass ich mein Geld unterwegs verdienen wolle, dass ich mir die Bedingungen schaffen wollte, dass ich auch wirklich unterwegs sein kann. Die Idee eines rollenden Cafe in einem Zirkuswagen, den ich hinter mir herziehe, hatte ich damals so noch nicht, wenn ich dies auch heute hin und wieder so vorgebe, aber die Tendenz in diese Richtung war bereits auszumachen!

Nun sind zumindest soviele Tage im Wagen vergangen, die meisten einfach an mir vorbeigestrichen, dass es mir an der Zeit zu sein scheint, meinen heutigen Stand mit meinen Vorstellungen von damals abzugleichen. Dass ich mir gerade große Sorgen mache, wie es überhaupt weitergehen soll, was der Grund meiner schlaflosen nacht ist, fließt dabei sicherlich zur Genüge mit ein.

Viele schöne Zeiten habe ich verlebt im und mit dem Magi, mit meiner Magira, wie ich die alte Dame liebevoll nenne. Vor allem denke ich dabei an eine Begebenheit mit Axel, in der sich die ganze Paradoxität dieses Lebens deutlich macht. Im Frühling 2004, es ist nicht einmal ein Jahr her, da spielten wir neben meinem LKW Dudelsack. Der Magi stand seinerzeit noch am Kasseler Hafen, auf grüner Fläche, mit Blick auf die Fulda. Die Wiesen waren saftig und luden zum barfuß laufen ein. In dieser Situation, von Axel durch eine Frage oder eine Bemerkung angeregt, sagte ich: Weißt Du, ich fühle mich hier so wohl, dass ich nicht einmal Urlaub brauche, denn wenn ich zu Hause bin, dann habe ich die Erholung pur wenn nicht der Ärger mit Nachbarn und Ämtern wäre! Beide Seiten dieses Lebens spiegeln sich so glockenklar in dieser Aussage wieder, die ich damals machte. Eine unglaubliche Zufriedenheit auf der einen Seite, die mir diese Form des Lebens vermittelt, gleichzeitig aber auch der nervenzerreibende, ständig präsente Kampf, der die Tage vereinnahmt, an mir vorüberstreichen läßt, dabei Tag für Tag wie eine Perlenkette aneinanderreiht und mich der Ruhe beraubt, die ich für meine ersehnte Ausgeglichenheit bis auf seltene Momente, in denen ich mich von der Kette befreien kann, brauche.

Der ständige Kampf geht unter die Haut, ständig muß ich meine Krallen einsetzen, der Dreck unter den Fingernägeln sitzt tief und fest! Anstatt mich der Musik, dem Schreiben, den Dingen im Leben, die ich tuen will, hinzugeben, sitze ich in Verhandlungszimmern bei Gerichten, bei Stadtverwaltern und in Anwaltszimmern. Anstatt alternative Kulturveranstaltungen zu organisieren rede oder schreibe ich für die Zeitung, um unser immer wieder mit Dreck und mit markigen, unzutreffenden Vorurteilen aus der untersten Schublade beladenes Ansehen richtigzustellen. Andererseits brauche ich genau die Ruhe und Authentizität, die ich in dieser Lebensform finde, um Kreativ sein zu können. Was bleibt sind Momente der Erfüllung, in denen ich mich von alledem frei machen kann, die einen Seltenheits-Wert besitzen und die Qualen des Überlebenskampfes mit Honig bestreichen.

Im Laufe der Jahre ist meine Idee gewachsen, mit einem rollenden Kaffee meine Vorstellungen vom Leben in die Tat umzusetzen. Unterwegs sein, Menschen eine Freude schenken, indem ich mit einem Kaffeewagen, einem hübschen alten Zirkuswagen, durch die Lande zieh, Kulturveranstaltungen anbiete oder die Freude dirket nach Hause bringe anläßlich einer Familienfeier.

Gleichzeitig mit der Reifung dieser Idee steht aber, mir wohl eigen, die Kritik an genau dieser Form des mobilen Lebens. Die Magira ist wie ein kleines Kind: Ich habe sie großgezogen, nun will sie gehegt und gepflegt sein, will gefüttert werden, wenn sie durstig ist, will behandelt werden, wenn sie Schmerzen hat, auch wenn keine Krankenkasse der Welt die Kosten übernimmt. Aber auch die Unterschiede zu einem Kind sind deutlich spürbar: Für keinen Menschen ist hierzulande eine Versicherung verpflichtend, und im Gegensatz zur zu entrichtenden Fahrzeugsteuer bekommt man für ein Kind für einige Jahre eine magere Aufwandsentschädigung, die zwar kaum die Kosten deckt, aber die Belastung doch dämmt und wenigstens eine kleine Anerkennung ist, dass Kindererziehung Arbeit ist. An das alles, Zeit und Geld, das für dieses mein Kind notwenig ist, denke ich, wenn ich von siebeneinhalb Tonnen Ballast spreche, die zu schultern sind. Die eigene Kritik an meiner Wohn- und Lebensform gipfelt folglich in dem Ideal der absoluten Freiheit von materiellen Gütern - bis auf die Kleidung und die Dinge des täglichen Bedarfs, die gerade in einen Rucksack passen und das Voranschreiten nicht behindern.

Idole finde ich im Rausch dieser Gedanken in Menschen, die genau dieses Leben, in den meisten Fällen ungewollt hineingerutscht, mit Leben füllen, in Menschen, die, zeitlich begrenzt oder auf Dauer, sich bewußt für ein Leben ohne materielle Dinge entschieden, so wie Andreas Altmann, der in 33 Tagen von Paris nach Berlin gelaufen ist, oder Michael Holzach, dessen Erfahrungen aus einem halben Jahr Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland ich gerade gestern erst abschließend zu Verenas Geburtstag auf Tonband aufgenommen habe. Wo kommt dieser Wunsch, diese Idealisierung eines Immateriellen Lebens, her? Meine Blicke gehen zurück in die Reihe meiner Kinder- und Jugendbücher, und ich erinnere mich an Titel wie Ich trampe zum Nordpol oder an das Buch Schleuse frei , in dem eine Tramper-Reise mit Binnenschiffen bis zum Schwarzen Meer beschrieben wird.

So liege ich nun im Bett, schaue hin und wieder aus dem Fenster, trinke dann und wann einen Schluck Tee, mache mir meine Gedanken. Gegen vier Uhr bin ich heute Nacht wach geworden, und abgesehen von meinen Sorgen, die mir den Schlaf entzogen haben, ist mir das frühe Vogelgezwitscher hier in Berlin aufgefallen. Nicht vereinzelt, nein, in ganzen, großen Scharen haben sie die Nacht hindurch gesungen. Mag sein, dass es am gerade vergangenen Vollmond liegt, vielleicht ist auch etwas entscheidendes passiert in der Nacht, was die Vögel im Gegensatz zu den Menschen auch auf große Distanzen spüren können, und es sind die Klänge der Solidarität. Wahrscheinlicher erscheint mir allerdings, dass es einfach die Helligkeit der Großstadt ist, die Beleuchtung der Parkanlage, die aus menschlicher, vor allem aus weiblicher Sicht sicher zu begrüßen ist, die aber die Ordnung in der Tierwelt durcheinander bringt. Und auch die Masse der Vögel, die hier gesungen haben, ist mir nie aufgefallen, wenn ich irgendwo im Grünen gestanden habe, und ich denke mir, es liegt ebenfalls an der Großstadt, in der die Stadtbewohner schließlich auch dicht an dicht um ein kleines Eckchen in den Grünflächen konkurrieren. Sinnbildlich für mein Leben ist jedenfalls, dass mir dies in der Deutlichkeit auffällt, da ich den Vergleich kenne, und ich bin dankbar dafür!

So lebe ich also heute, eigentlich könnte ich glücklich sein mit meinem Leben, könnte ohne Urlaub auskommen, wenn nicht ständig Druck von Außen käme, andererseits gehen meine Gedanken weiter, in den Aufbau des Gewerbes, den ich im Prinzip schon mit dem Kauf des LKW begonnen habe, oder in den Verkauf aller Habseligkeiten.

Gestern nun habe ich mich hier, am Volkspark Friedrichshain, mit anderen Bewohnern der Margarete , mit anderen LKW-Bewohnern in der Margarete-Sommer-Straße, beim Lagerfeuer unterhalten, nachdem ich erst am Montag Abend hier angekommen bin. Die Unterhaltung ist auch der Grund meiner Sorgen. Was bereits seit einiger Zeit im Raume steht, verdichtet sich nun, und es steht zudem unmittelbar bevor, greift mal wieder direkt in mein Leben, ist Existenz bedrohend und raubt mir die Zeit und die Ruhe, die ich eigentlich in den vier bis fünf Monaten, die ich in Berlin verleben will (bis zum Beginn der Erzieherschule in Kassel), zum Musizieren, Schreiben und Genießen nutzen will. Die neue Besteuerung der Wohnmobile über 2,8 Tonnen, bei der ich bislang auf die Eingabe Bayerns gehofft habe, wird wohl ohne eine Begrenzung in Kraft treten. Und das bereits ab dem 1. Mai 2005. Mit einer Nachzahlung ist zudem sofort zu rechnen, nicht erst nach Ablauf eines Steuerjahres, das bei mir Anfang März erst begonnen hat. Mit der Besteuerung nach Abgaswerten und Hubraum werde ich für meine 7500 Kubikzentimeter meines Motors wohl um die 3000 Euro bezahlen dürfen, anstatt den bislang gültigen 500 Euro auf Grund von einem zulässigen Gesamtgewicht von 7.500 kg. Schon diese finde ich aber teuer, gemessen an der jährlichen Fahrleistung von nicht einmal 5000 Kilometer! Das Umtypen als Oldtimer, so dass ich nur noch 175 Euro jährliche Steuer bezahlen muß, dürfte problematisch werden, das Fahrzeug entspricht nicht dem Originalzustand, die Aussicht auf Erfolg mit meinem Umbau des Koffers gehen gegen Null! Und auch das Umtypen als LKW geschlossener Kasten , was eine gleichbleibende Steuerlast bei einer leicht steigenden Versicherungsbelastung um ca. 50% bedeuten würde, dürfte mit meinem offensichtlich als Wohnmobil genutzten Koffer ebenfalls nicht ganz einfach sein.

Die ganze Zeit bin ich am Überlegen, wie ich es nun auf die Beine stellen kann, dass ich mir den Traum erhalten, den Traum weiterleben kann. Es darf einfach nicht sein, dass ein ganzes Lebenskonzept mit dieser verdammten Steuer zerstört wird! Mein Leben basiert doch darauf, dass ich im LKW wohne, dass ich Arbeit in anderen Städten annehmen und mit dem LKW dort hinfahren kann, ohne dass teure Hotels oder Pensionen diese Tätigkeiten unrentabel machen. Es ist zielgerichtet, langsam aber deutlich, auf die Gewerbetätigkeit hinschreitend, wofür ich den LKW brauche, wofür ich diesen LKW gekauft und in über 4000 Arbeitsstunden ausgebaut habe. Zumal: Mit dem AUS wäre nicht nur die Mobilität mit Wagen und die Gewerbeidee genommen, darüber hinaus hätte der LKW keinen Verkaufswert mehr, so dass ich ihn wohl nur noch zum Schrottpreis verkaufen könnte. Letzten Endes war es schließlich auch eine Art Kapitalanlage, die ich in diesen LKW investiert habe, die nicht unerheblich war, die ich im ersten Jahr auch noch beziffern konnte, dann aber nicht weiter verfolgte, als ich weit über meinen Erwartungen die Summe von 20.000 DM überstiegen hatte.

Ich bin so verärgert über diese Gesetzgebung! Gestern Nachmittag habe ich noch Hannes Wader gehört und mitgesungen: Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muß ich fort, hab mich niemals deswegen beklagt! Hab es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt, nie nach gestern und morgen gefragt!

Aber wie ging der Text doch gleich weiter?

Manchmal träume ich schwer
und dann denk ich es wär
Zeit zu bleiben und nun
was ganz and'res zu tun.
So vergeht Jahr für Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt wie es war!

Und heute Nacht, als ich aufgewacht bin, hatte ich dann alsbald Ton Steine Scherben im Ohr mit Macht kaputt was Euch kaputt macht und ich sang den Refrain der Prinzen Manchmal möchte ich ne Bombe sein und einfach explodiern , dachte dabei an die politisch Verantwortlichen und hatte das Gefühl, ich müsse mit einem Rucksack voll Dynamit in den Bundestag und dort an der Reißleine ziehen. Schnell kam der Pazifist wieder durch, und ich bildete Argumentationsketten und Formulierung sowie ganze Textbausteine für einen Brief an die Parteien mit der eindringlichen Bitte, sich diesen Schwachsinn noch einmal zu überlegen.

Und jetzt, beim Schreiben, da spricht wieder die andere, die siebeneinhalb Tonnen schwer beladene Seite in mir, gibt dem Schwachsinn sogar noch Nahrung und stellt die Frage: Warum schmeißt Du nicht alles hin, verkaufst alles und ziehst mit einem Rucksack in die Welt. Schreiben kann ich auch als wandernder Geselle, so wie Andreas Altmann und Michael Holzach es taten. Der Ballast von Stahl, der auf meinen Schultern lastet, würde ersetzt durch einen geradezu federleichten Rucksack, der Ballast der Standortsuche für einen Wagenplatz in Kassel wäre ersetzt durch eine vergleichsweise einfache Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in einem Unterstand, einer Scheune, unter einer Brücke oder auch in WG s und Kommunen, in denen ich sicherlich hin und wieder unterkommen würde. Jedenfals einfacher als mit dem LKW, in dem ich einfach zu oft von Ordnungshütern geweckt wurde, die mich weckten und im Bett ertappten und die völlig unsinnige Frage stellten, was ich hier machen würde (Die Antwort lautete in der Regel: Bis eben habe ich geschlafen! )

Klar, die Erfahrungen von Andreas Altmann und Michael Holzach klingen mir in den Ohren, wie schwer es teilweise war, einen Platz zu finden. Bauern, die Angst vor einem Scheunenbrand hatten, Priester und Mönche, die die Türen ungeöffnet ließen, Nachtlager neben Mülltonnen ohne Nachtruhe, weil sich Ratten lautstark um die besten Portionen stritten. Und doch: Es muß doch deutlich einfacher sein, als ein gefräßiges, siebeneinhalbtonnen schweres Kind mit sich herumzuschleppen, für dessen Ernährung man wiederum einen Zirkuswagen, ein weiteres Kind, ankoppeln muß, um unterwegs mit den Kindern das Geld für die Kinder zu verdienen. Zumal: Zeitgemäß ist das Fahren von Fahrzeugen mit den vergänglichen und umweltbelastenden fossilen Brennstoffen ohnehin schon lange nicht mehr auch das ist ein Dilemma in meinem Leben und Denken! Wieviel Umweltbewußtsein gewinne ich im Wagen zum Nutzen der Umwelt, welchen Preis muß die Umwelt dafür andererseits bezahlen, dass ich sie piesacke wie der Floh den Hund? Und wie sieht die Bilanz dieser Rechnung aus, wie würde sie in einer Wohnung oder einer anderen Wohn- und Lebensform aussehen?

Ja, bei all meinen Gedanken kreise ich natürlich auch bei meinen Vorstellungen, die ich beim Einzug in den Wagen hatte, wie einfach es sei, wie Problemlos, und ich stelle mir die Frage, wie beschwerlich ein Leben gänzlich ohne Stahl und Schrauben tatsächlich ist, ob ich es überhaupt in Worte fassen könnte, ob die Worte von Michael Holzach und Andreas Altmann die Strapazen und Schwierigkeiten überhaupt genügend charakterisieren oder ob auch sie das Problem haben, dass man es nicht annähernd in Worte fassen kann.

Wie es weiter geht mit mir bleibt spannend. Schaffe ich es, eine Lücke zu finden, um mir den LKW trotz allem einigermaßen erschwinglich zu halten, so dass ich weiter am Gewerbekonzept herumfeilen kann? Werde ich mich einfach wieder dem Mainstream der Gesellschaft unterordnen und die Unzufriedenheit wegen fehlender Perspektiven und dem bis zum bersten steigendem Druck von außen in Unzufriedenheit wegen fehlender Freiheit eintauschen? Gehe ich den Weg der Freiheit von materiellen Belastungen, auf dem ich keinen mobilen Zufluchtsort mehr habe, und überlasse damit die Entscheidung, wie es weitergeht, ein weiteres Mal den Bedingungen, die auf mich einschlagen?

Egal wie es weitergeht, mein Leben bleibt spannend, und das ist die Hauptsache. Für Langeweile habe ich genug Zeit, wenn ich den Deckel hinter mir zugemacht habe. Bis dahin will ich etwas erleben, ich will mich freuen können über kleine Dinge, will meinem Ärger Luft machen dürfen, ich will schreiben und Musik machen. Ich will Leben!

Leben bis die Luft verrinnt
Der Vogellärm,
der Tag beginnt!

Ich lieg im Bett und denke nach
Ich schwärme und ich schwelge,
Wie soll mein Leben weitergehn,
wohl ohne Heim und Gelde?
Mit Schneckenhaus und Wanderstab
Der in dem Motor steckt und leckt
Das Öl, das für die Schmierung sorgt,
und all die Pferdekraft erst weckt!

Oder sinds des Schusters Rappen,
die ich bereiten werde,
bereiten für den Lebensweg
kreuz und quer auf dieser Erde? 

Wies weitergeht, das weiß ich nicht,
doch bleibt mein Leben spannend, offen,
und wenn ichs morgen sicher weiß,
dann hat der Schlag mich längst getroffen,
denn planen und das Denken sind
die Werkzeugkoffer meiner Welt
doch was es bald zu basteln gibt,
das wird von andrer Stell bestellt! 

So geht es weiter, Tag für Tag,
Ich stapfe in die Spuren,
die ich als Einzig übriglaß,
genau wie meine Suren!
Und wenn ich wirklich planen will,
wie s morgen weitergeht,
dann kann ich sicher sein, dass mir
der Wind in mein Gesichte bläht!
Doch scheiß ich drauf, ich lebe weiter,
auch ohne Rast und Ruh,
bis ich endlich Ruhe find ,
ene mene muh und raus bist DU!
doch raus bin ich noch lange, lange nicht,
ich hab noch nicht die Altersgicht!

Chicken, 26. März 2005, 6:35h

Nachtrag vom 29. März 2005: Ein Anruf beim zuständigen Finanzamt erbrachte heute, dass sich bei meinem LKW nichts an der Steuer ändern würde. Aber ich traue dem Frieden noch nicht, würde mich nicht wundern, wenn die selber noch keine Ahnung von alledem haben. Meine Karre sei ja ein Sonder-KFZ , daher bliebe es bei 500 Euro hatte er mir erklärt, schön wenn es so wäre! Allerdings handelt es sich lt. Fahrzeugbrief um ein Sonder-KFZ Wohnmobil über 2,8t , also genau um das, was in dem Gesetz explizit als Ziel benannt wurde! Es bleibt also spannend und abzuwarten!

Chickens Doppelgespann, Bild 3


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Von einem der einzog, das Fürchten zu lehren. Ein märchenhaft verklärter Bericht von der Platzgeschichte in Kassel.

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Die Geschichte meines ersten Zirkuswagen-Transports in 2002

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