Zems giganta kamiono

aus Wagendorf, der freien Wissensdatenbank

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ia giganta kamiono

Ein großes Auto! Es ist mitte Oktober, ich lebe jetzt seit etwa 5 Jahren im Wagen, alles ist schön, wenn auch ein wenig eng, trotz der Deckenerhöhung vor 2 Jahren.... Im Auto ist einfach kein Platz fürs Werkzeug. Das Büro ist auf zwei Postkisten komprimiert. Die Motorrad Klamotten und Stiefel blockieren den Innenraum. Platz für den Laptop ist keiner da. Aber es ist schön!

Da spricht ein Mitbewohner, du, der König Senior (Umzugs4ma) hat noch einen Umzugs LKW zu verkaufen. OK das hat er schon mehrfach gesagt, also hab ich mir das Auto mal angesehen....

Danach war ich hin und hergerissen, auf der Pro Seite war der Platz! Ein abgetrenntes Büro. 6 Sitzplätze im Fahrerhaus + 2 Liegeplätze im Topsleeper, ein großes Wohnzimmer. Stauraum. viele PS, ich kann endlich die Fehler vom letzten Ausbau korrigieren, Geräuscharm.

Auf der Kontraseite: Der Stress mit dem Ausbau, ein Arsch voll KFZ-Steuern, keine Umweltplakette, und das schmerzvollste... Irgendwann würde ich meine Lizzy verkaufen müssen.

Ach scheiß was drauf, ist gekauft....

Eckdaten

  • Möbellaster
  • MAN 19-272 19 Tonnen 272 PS
  • Bj. 1994
  • Leergewicht (Fahrgestell) 8,8 t
  • Gewicht Koffer 2,2 t
  • 8 Gang Splitgetriebe mit Vorgelege also 16 Vorwärts und 2 Rückwärtsgänge
  • BDF Wechselbrückenkoffer 7,1 Meter
  • Topsleeper Fahrerhaus
  • Treppe am Koffer.
  • Hebebühne
  • Luftfederung
  • Anhängerkupplung
  • 6 Sitzplätze + 2 Liegeplätze im Fahrerhaus
  • Zentralschmierung

Anforderungen

Raumplan

Nachdem der Wagen dann mitte November auf dem Hof stand hab ich erstmal nen Plan gemacht:

Bild:Man plan.png

Und weil der Koffer unglaubliche 2,60 Meter hoch ist, kann ich es mir leisten bis zum Ofen einen 40 cm hohen doppelten Boden einzuziehen um so trockenen Stauraum zu schaffen.

Das Gigantomanisch große Fahrerhaus soll gleichzeitig Büro und gästezimmer werden. Endlich ein Platz wo Akten und Papier zugänglich gelagert werden können.

Als Problematisch erweist sich Fahrzeughöhe und Breite. Bei 4,00 Meter Gesamthöhe müssen die Solarpanele aufs Fahrerhaus wandern. Das Ofenrohr wird abnehmbar an die Seite gebaut. Wichtigstes Tool wird meine 5 Meter 4 Elementeleiter werden.... Die Waschmaschine kommt weg. Das spaart Wasser und Küche. Die Dusche wird in ihrer Zweiten Funktion der Durchgang zum Fahrerhaus.

Das Wohnzimmer soll ein Multifunktionsraum werden in den während der Fahrt auch Motorräder eingeladen werden können. Das Windrad wird auf einen Halter an der vorderen außenwand des Koffers montiert. Eine ausreichende Anzahl Serviceluken soll den Stauraum von außen zugänglich machen. Von innen wird ein Teil des Bodens entfernt.

Die Isolation wird hinterlüftet und möglichst ohne Kältebrücken gebaut. Türen und Fenster sollen Winddicht werden. Soweit zum Plan.....

Ausbau

Boden

Ein Boden muss folgende Vorraussetzungen bieten:

  1. Er muss wiederstandsfähig sein.
  2. Es muss unter wasser gesetzt werden können ohne das die Isolation darunter was abbekommt
  3. Es muss ne schraube durchgehen
  4. Er muss dreck und Schlamm abkönnen

Der Bestehende Kofferboden war, seinem Alter entsprechend ausgezeichnet. Ich brauchte also nur Isolation und neue Platten drüberzulegen.

Die Wahl fiel auf 9mm Siebdruckplatten. Als günstigere Alternative wäre noch Laminat in Frage gekommen. Für die Siebdruckplatten habe ich mich hauptsächlich aus dem Gefühl herraus entschieden, das diese Platten schon in vielen Fahrzeugen viele km gefahren sind. Außerdem habe ich so nur 4 Ritzen abzudichten. In meinem Alten Wagen hatte ich Rauspunddielen verlegt.

Unter den Bodenplatten ist bereits die Isolation zu sehen, dazu später mehr. Am Rand hab ich eine Isolationsstärke freigelassen um später auf Stoß Isolieren zu können.

Die Platten habe ich mit 5 mm Abstand zueinander verbaut und anschließend mit Sikaflex verfugt.

Serviceklappen

Ein Fehler den ich beim letzten Ausbau gemacht habe war, keine Serviceklappen einzubauen! OK diesmal wirds korrigiert. Die Wahl fiel auf Thredford Servicetüren verschiedener größen. Der Nachteil: teuer, Der Vorteil von Haus aus Wasser und Winddicht

Alternativen wären ...

  • Klappen von Dometik gewesen, genauso teuer.
  • Servicetüren aus dem Baumarkt, wesentlich billiger, aber nicht abgedichtet.
  • Selbstbau, Persönliches Zeitlimit überschritten.

Also hier ein paar Bildern von meinen Tuppertüren....

Tür

Als Haupttür habe ich eine Standard Nebeneingangstüre eingebaut. Wobei sich einmal wieder gezeigt hat, die Zarge eigentlich dafür gedacht ist, in eine Steinwand eingebaut zu werden. Für die Sperrholzwand des Wohnkoffers habe ich erstmal die Flex genommen und die Zarge glatt geflext. Anschließend mit Sikaflex flächig verklebt und mit Schloßschrauben verschraubt.

Bei der Gelegenheit habe ich dann auch endgültig festgestellt das es sich um einen Holzkoffer handelt, bisher war ich in meiner Naivität von Kunststoff ausgegangen.

Fenster

Die Fenster waren Sonderposten, 2 Stück 60x60 und 2 Stück 60x80. Doppelt verglast. Kunststoffrahmen. Auch hier kann man nicht einfach ein Loch in die Wand stemmen und von hinten gegenschäumen. Mit Dachlatten wollte ich auch nix machen, und dicht sollte es sein.

Ich hab also kurzerhand die innere Kante weggeschliffen und das Loch in der Wand passend groß gesägt.

Die Scheibe habe ich dann mit sehr viel Sikaflex von außen eingeklebt und von innen mit vier eingeklebten und in den Rahmen geschraubten Winkeln angstgesichert.

Isolation

Isolation ist ein Thema voller Missverständnisse! Die Bauernregel lautet: Dampfsperre hilft gegen Feuchtigkeit in der Isolation. Aber jetzt mal genau...

An der Isolation entsteht ein Temperaturgefälle zwischen der außen und der Innenwand des Wagens. Die Luft im Wagen enthält Luftfeuchtigkeit, und zwar eine ganze Menge davon. Dieser Wasserdampf zieht natürlich auch in die Isolation. Wo er dann irgendwann in die nähe der kalten Außenwand gelangt. Und wenn Wasserdampf zu kalt wird, verflüssigt sich das Wasser wieder zu Kondenswasser.

In Häusern wird verhindert man diesen Effekt an zwei stellen. Einmal wird eine Dampfsperre vor die Innenseite der Isolation gebaut. Um Wasserdampf am eindringen in die Isolation zu hindern. Dann baut man noch eine belüftung auf die andere Seite der Isolation. Zum Beispiel in dem man das Dach mit Ziegeln deckt. Auf der Belüftungsseite gibt es unter Umständen noch eine Bahn die Wind blockiert, aber trotzdem eine Belüftung zulässt, damit Wasser was trotz Dampfsperre in der Isolation kondensiert ist wieder abdrocknen kann.

Kühlfahrzeuge bauen die Dampfsperre oft umgekehrt ein, weil das Temperaturgefälle andersrum läuft und sind deshalb als Wohnung eher nicht optimal isoliert.

Und dann gibt es noch die Dampfbremse die einfach nur den Luftaustausch zwischen Isolation und Innenraum verlangsamt. Ein langsamer luftaustausch kann der Isolation aber die Chance geben vielleicht irgendwann wieder abzustrocknen.

Ich habe mich bei meinem Wagenausbau dafür entschieden, die Wandverkleidung als ausreichende Dampfbremse festzulegen und so mit der Bauernregel zu brechen. Die Isolation selbst habe ich auf die Fächer geschraubt, nicht dazwischen wie sonst meistens gemacht wird. Dadurch ist die Isolation automatisch hinterlüftet und hat weniger Kältebrücken.

So hab ichs gemacht! Meine neue Faustregel: Lieber auf Isolationsstärke verzichten als auf Hinterlüftung. Kältebrücken wo es geht vermeiden und durchgehend Isolieren.

Isoliert habe ich mit Styrodur Platten die sind etwas feinporiger als Styropor, nehmen keine/sehr wenig Feuchtigkeit auf und haben ab 3 cm schöne Kanten so das sie sich ineinander schieben lassen. Die Isolation ist auch an den Wagenecken durchgängig, wegen der Sache mit den Kältebrücken.

Dachlichter

Damit auch die vorhandenen Kofferdachlichter wenigstens etwas Isoliert sind, habe ich 10 mm Hohlkammerplatten von unten auf einem Holzrahmen in die Deckenverkleidung geschraubt. Auf diese Weise habe ich das Luftpolster in den Hohlkammerplatten und das Luftpolster zwischen Isolation und Außenwand das zusätzlich Isoliert.

Die Decke ist komplett selbsttragend, durch die Kanthölzer. Auf diese weise konnte ich die leichte außenwölbung des Daches erhalten.

Doppelter Boden

Der Bereich ab vor dem Kamin ist um 50 cm erhöht. Aus dem Boden kann ich einzelne Bretter herrausnehmen um an den Stauraum darunter zu gelangen. Das Bett auf 110 cm ist so auch auf 60 cm höhe. Da der Koffer 2,6 M hoch ist, bleiben Abzüglich Isolation und Deckenbalken immernoch 1,9 m Stehhöhe im erhöhten Bereich. Unter den Doppelten Boden passen auch schuhe drunter.

Küche Bad Bett

Für die Küche habe ich mich für Regalux System entschieden, Da gibts schicke einhänge Körbe fuer wo die Sachen hoffentlich auch während der Fahrt drinne bleiben.

Der Herd besteht aus einem Origo einbau Backofen, und einem Origo 2 Flammenkocher, mit etwas Holz zu einer Kombination zusammengebaut. Zwar gibt es diese Herde auch in Kombination, ich hatte aber schon einen einzelnen Ofen....

Die ganze Kombi kann auf Spiritus betrieben werden und im Sommer einfach ins freie gepackt werden, solange es nicht regnet. ;-)

Wohnbereich

Der Wohnbereich bietet genug Platz for Motorräder/Gästebetten/Schraubereien/Hängesessel....

Zukunft

Da ich noch nicht fertig bin, gehts hier sicher bald weiter....


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